Bert Loerakker

Er sieht sich selbst als Landschaftsmaler, knüpft bewusst an die Tradition der holländischen Malerei an, die bereits im 17. Jahrhundert vom Gegenstand gelöste Natureindrücke gestaltete: »Die Form, die ich benutze, das Dreieck und der Bogen, haben für mich deutliche Assoziationen mit Bergen und Neigungen in der Landschaft« (Loerakker 2001).

Bert Loerakker wird 1948 in Breda geboren. Von 1965 — 1969 besucht er die Akademie für Bildende Kunst in Tilburg. 1969 zieht Loerakker in das niederländische Helmond. Seit 1980 arbeitet der Künstler jährlich im Centrum Frans Masereel in Belgien. 1985 führen ihn Studienreisen nach Italien, Spanien und die USA.

»Loerakker ist ein Maler, der in einer Zeit aufgewachsen ist, als die Wände der Museen voller Konzeptkunst und Minimal-Art waren. Der »Tick«, wie er es selbst nennt, den er vom Minimalismus mitbekommen hat, ist die Verwandtschaft, die er mit der Bildsprache des Minimalismus (…)« und dem Kunstwerk »(…) als ein ausschließlich auf sich selbst verweisendes Objekt fühlt« (Tegenbosch, 2000). Loerakker sieht sich selbst als Landschaftsmaler, knüpft bewusst an die Tradition der holländischen Malerei an, die bereits im 17. Jahrhundert vom Gegenstand gelöste Natureindrücke gestaltete: »Die Form, die ich benutze, das Dreieck und der Bogen, haben für mich deutliche Assoziationen mit Bergen und Neigungen in der Landschaft« (Loerakker 2001).

Die meist unbetitelten Arbeiten Loerakkers, die er in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1974 zeigt, verweisen auf eine weit grundlegendere Auseinandersetzung mit Farbe und Form. Beginnend mit den monochrom weißen oder grauen Leinwänden der 80er Jahre zieht sie sich bis zu den konzeptuellen Landschafts- bzw. Farbbildern. Seine Diptychen kommen einer Auslotung kalkulierter – malerisch-abstrakter und konzeptueller – Eigenschaften der Malerei gleich, die einander formatgleich gegenüber gestellt sind. Die Arbeiten lesen sich wie Lehrstücke scheinbar gegensätzlicher, räumlicher und atmosphärischer, gleichermaßen gegenstandsverhafteter wie abstrakter Landschaftserfahrungen, die Polaritäten überwinden wollen.

Loerakkers Zeichnungen, die neben der Malerei entstehen, sind nicht als Vorzeichnungen angelegt, wenn sich auch mitunter formale Beziehungen ergeben können. In direkterer Verbindung zu seiner Malerei stehen Fotografien, die Loerakker auch in seine Diptychen integriert, um gattungsübergreifend malerische Qualitäten einzufangen. Auch die neueren Experimente mit digitalen Drucktechniken stellen direkte formale und inhaltliche Beziehungen zwischen Malerei und den »malerischen« Eigenschaften der technischen bzw. grafischen Medien her. Als inzwischen umfangreichster Werkbereich Loerakkers führen sie vom fotografischen Bild über dessen grobe Rasterversion zur Monotypie bzw. zum Siebdruck, die gleichermaßen zur einer Bildkonstellation »geklont« (Tegenbosch) werden.

Bert Loerakker wohnt und arbeitet in Helmond.

Literaturauswahl

Bert Loerakker 2001: Ausst.-Kat. Neuss, Essen-Werden, Zwolle, Einhoven 2001

Bert Loerakker 1988: Eenendertig Tekeningen / Thirty one drawings, Eigenedition 2001

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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