Louise Nevelson

Ausschließlich schwarze Objekte bestimmen diejenige Ausstellung 1956 in der Galerie Grand Central Moderns, durch die die fast sechzigjährige Nevelson verspätete Anerkennung in der New Yorker Kunstszene findet.

Louise Nevelson wird als Leah Berliawsky 1899 in der Nähe von Kiew geboren. Die Familie wandert 1906 in die USA aus, lässt sich in Rockhampton/ Maine nieder. Berliawsky besucht dort die Highschool, nach dem Ende der Schulzeit eine Kunstschule in Augusta, an der sie Malerei und Bildhauerei studiert. 1920 heiratet sie Charles Nevelson und geht mit ihm nach New York. 1929 setzt Nevelson ihr Studium an der Art Students League of New York fort, wechselt 1931 an die von Hans Hofmann gegründete Kunstschule in München, die ihr durch Hofmanns Sommerkurse an der University of Calinfornia in Berkeley bekannt ist. Schon nach wenigen Monaten bricht sie das Studium ab und tritt eine Europareise an, die sie u.a. nach Paris führt. Sie lernt die Maler Stanley William Hayter und Diego Rivera kennen. Zurück in New York, arbeitet Nevelson zunächst als Kunstlehrerin bei der Works Project Administration.

In den 1930er Jahren wendet sich Nevelson zunehmend ihrem zukünftigen Schwerpunkt, der Skulptur und Objektkunst zu. Aufgrund der Schwierigkeiten, sich als Künstlerin zu etablieren, kann sie zunächst nur an kleineren Ausstellungen im Künstlerviertel des New Yorker Village teilnehmen. Erst 1941 gelingt es ihr, Bilder im Rahmen einer Einzelausstellung in der renommierten Nierendorf Gallery zu zeigen. Nun folgen weitere Ausstellungsbeteiligungen bis Nevelsons Arbeiten 1946 in der Jahresausstellung des Whitney Museums gezeigt werden. Auch in den 1950er Jahren bleiben ihre Bilder und Skulpturen in der New Yorker Kunstszene präsent.

Nevelson beginnt nun, gefundene Alltagsgegenstände und Materialien in ihre Objekte zu integrieren. Diese strukturiert und formiert sie in setzkastenartigen und oft schwarzfarbig gefassten Boxen – kleinen Raumgebilden, Archiven der Formen (Sky Cathedral, 1958). Ausschließlich schwarze Objekte bestimmen dann auch diejenige Ausstellung 1956 in der Galerie Grand Central Moderns, durch die die inzwischen fast sechzigjährige Nevelson verspätete Anerkennung in der New Yorker Kunstszene findet. Sie lernt Pierre Soulange, Georges Mathieu und Marcel Duchamp kennen, wird auch durch Duchamp gefördert. Neben nun zunehmend farbig gefassten, weißen, goldenen Holzobjekten wendet sich die Künstlerin in den 1960er Jahren auch neuen Materialien wie Plexglas und Acrylharz zu. In den 1970er Jahren entdeckt sie schließlich auch Metall für die nun zum Teil auch im Außenraum platzierten Objekte.

1960 werden Nevelsons Arbeiten erstmalig außerhalb der USA ausgestellt (Staatliche Kunsthalle Baden Baden). 1961 ist sie auf der Biennale in Venedig vertreten, ab Mitte der 1970er Jahre werden ihre Arbeiten zunehmend international gezeigt (Moderna Muset, Stockholm; Walker Art Center, Minneapolis; Palais des Beaus Arts, Brüssel; Neue National Galerie, Berlin). 1987 wird Nevelson eine Schau im Whitney Museum of American Art gewidmet.

Louise Nevelson stirbt 1988 in New York.

Literaturauswahl

Glimcher, A.B.; Marrin, A.: Louise Nevelson, New York 2006

Louise Nevelson: Ausst.-Kat. Centre Georges Pompidou, hg. v. K. Okuyama; C. Prats-Okuyama, Paris 1997

Wilson, L.: Louise Nevelson. Iconography and Sources, New York 1981

Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

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