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K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen war seit ihrer Gründung 1961 der modernen Kunst gewidmet. Der Ausbau der seit 1986 im Museumsbau am Düsseldorfer Grabbeplatz positionierten Sammlung in den Bereich der Kunst nach 1945 bis zur Gegenwartskunst führte schließlich am 14. März 2002 zur Eröffnung einer Dependance – der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 im alten Ständehaus am Schwanenspiegel.

Dem Einzug der Sammlung ging die mehrjährige Umgestaltung des 1876-80 von Julius C. Raschdorf erbauten und bis 1913 mehrfach erweiterten Ständehauses voraus. Der Bau, der nach seiner Zerstörung im II. Weltkrieg als Parlamentsgebäude wiedererrichtet wurde und 1949 bis 1988 Sitz des nordrhein-westfälischen Landtags war, wurde vom Architekturbüro Kiessler & Partner grundlegend umstrukturiert. Die Anpassung auf die Anforderungen musealer Nutzung umfasste ein grundlegend verändertes Raumkonzept, das eine zentrale Erschließung des vierstöckigen Museums durch eine Halle bzw. "Piazza", aber auch die Überkuppelung des historischen Innenhofs und die damit mögliche Einrichtung eines Skulpturengartens im Dachgeschoss vorsah.

Das K21 nimmt heute internationale Werke seit etwa 1980 auf und schließt damit unmittelbar an die älteren Bestände der Moderne im K20 an. Arbeiten von Jannis Kounellis, Mario Merz, Michelangelo Pistoletto, aber auch Tony Cragg, Christian Boltanski stellen gleichsam eine Brücke zur Sammlung des K20 dar, vermitteln aber auch zu den meist konzeptuellen Positionen des 21. Jahrhunderts. Gleichsam als selbstreflexive und der Medialität von Kunst und Museum geschuldete Positionen markieren die Werke Marcel Broodthaers (Section Publicité du Musée d'Art Moderne, Département des Aigles, 1972) und Nam June Paiks (TV Garden, 1974/2002) ein Spektrum museums- wie bildkritischer künstlerischer Positionen.
Im Jahr 2004 konnte der Bestand des K21 um ein Werkspektrum ergänzt werden, das auf Erwerbungen des Landes zurückging. So fanden Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Dan Graham, Thomas Schütte, Imi Knoebel, Sherrie Levine, Thomas Mucha ebenso Eingang in die Sammlung des K21 wie fotografische Positionen Jeff Walls, aber auch der in Düsseldorf ausgebildeten Fotografen Andreas Gursky, Thomas Ruff, Candida Höfer und Thomas Struth oder im Außenraum platzierte Werke u.a. von Barnett Newman.

Die Teilung in das Stammhaus des "K20" und die neue Sammlung im "K21" entspricht einer chronologischen Verbindung in zwei aufeinander bezogene Sammlungs- und Ausstellungsbereiche. Sie wird jedoch auch von Sammlungsaspekten bestimmt, die speziell auf jene Kunst eingehen, "der die utopischen Potentiale der klassischen Moderne abhanden gekommen sind, die aber deshalb umso unmittelbarer in vitaler Form und mit unverwechselbarem Gestus jenen Phänomenen entspricht, die wir mit dem Schlagwort Postmoderne umschreiben." (Zweite 2005). Neben der Gegenwartskunst, die u.a. auch mit Werken von Richard Deacon, Thomas Demand, Fischli & Weiss, Thomas Hirschhorn, Ilya Kabakov, Juan Muñoz, Tony Oursler, Bill Viola und Rachel Whiteread vertreten ist, liegt ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Sammlung des K21 in der Integration künstlerischer Positionen, die von der Auseinandersetzung mit den Medien und Techniken im digitalen Zeitalter – so u.a. Video/ Videoinstallation und Fotografie – gezeichnet sind. Auch Sammlungsschwerpunkte in den Bereichen Installation und Environment, die mit jüngeren Erwerbungen (Eija-Liisa Ahtila, William Kentridge, Simone Nieweg, Andreas Slominski u.a.) dokumentiert werden, folgen diesem Sammlungsmodell.



Literaturauswahl

// Sammlung. Kunst der Gegenwart in K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: Best.-Kat., hg. v. J. Heynen; V. Liebermann, Düsseldorf 2005 // Prestel Museumsführer K20/ K21, Sammlungsführer, red. v. A. Kruszynski, München 2003 // Das Ständehaus in Düsseldorf: Arch.-Kat. K21, hg. v. A. Zweite, Düsseldorf, 2002 // Startkapital: Best.-Kat. K21 Kunstsammlung im Ständehaus, hg. v. J. Heynen, Düsseldorf 2002 //