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Mönchengladbach

1801
Kaiser Franz II. tritt im Frieden von Lunéville das linke Rheinufer an Frankreich ab. Gladbach bzw. Gleidebach, dessen Geschichte mit dem Bau des Münsters und der Gründung einer Abtei im Jahre 974 durch den Kölner Erzbischof Gero beginnt, wird nun den französischen Religionsgesetzen unterworfen. Bis 1814 gehört Gladbach zu Odenkirchen / Arrondissement Krefeld im französischen Roer-Departement.

Die Kontinentalsperre fördert den Aufschwung der örtlichen Leinenherstellung. Im Jahr 1801 ziehen zahlreiche bergische Textilkaufleute zu, die bald zu den führenden Köpfen der frühen Industrialisierung im Rheydter Zentrum der Leinenproduktion werden.

1802
Die im 10. Jh. gegründete Abtei wird geschlossen, ihre Bibliothek zerstreut und vernichtet. Die Klöster Neuwerk, Rheydt und Rheindahlen werden aufgehoben.

1815
Gladbach wird preußisch, erhält eine Bürgermeistereiverfassung und wird Sitz des Landkreises Gladbach, der bis 1929 besteht. Ab der Jahrhundertmitte leitet ein Bürgermeister, ab 1869 meist ein Oberbürgermeister neben dem Rat die Stadtverwaltung.

1818
Das unter den Maastrichter Baumeistern Matthieu und François Soiron geplante barocke Schloss Wickrath, in dem Napoleon 1806 ein Hengstdepot
einrichtet, wird 1818 in eine Kavallerie-Kaserne umgewandelt und 1834 vom königlich-preußischen Landgestüt bezogen. Das Schloss wird 1859 abgerissen, fast zwei Jahrzehnte durch das Landstallmeisterhaus ersetzt und 1912 durch einen Anbau erweitert.

1827
Die erste Dampfmaschine und die Straßenbeleuchtung werden in Betrieb genommen.

1835
Die Stadt erwirbt die Abtei, um sie künftig als Rathaus zu nutzen.

1851
Gladbach erhält Anschluss an die Eisenbahnstrecke Krefeld-Ruhrort
(heute Stadt Duisburg). In den folgenden Jahren werden die Verbindungen
nach Rheydt, Neuss und Aachen ausgebaut.

1852
Die Industrialisierung der Stadt wird von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Entwicklung der Textilindustrie, der textilorientierten Maschinenindustrie und Papierindustrie geprägt.

Die heutige Christuskirche in der Kapuzinerstraße wird fertig gestellt.

1860
Die mechanische Weberei für Baumwoll- und Halbwollprodukte wird eingeführt. Die wachsende Textilindustrie entwickelt sich zum Zentrum der Baumwollindustrie in Westdeutschland und wird "rheinisches Manchester" genannt.

Um 1860/70 entwickelt sich eine Arbeiterbewegung im Gladbacher Bezirk.

1870
Maria Lenssen gründet in Rheydt die "Private Fortbildungsschule in weiblichen Handarbeiten". Die Lehrstätte wird 1902 zur "Königlichen Handels- und Gewerbeschule für Mädchen", ab 1918 zur "Staatlichen Handels- und Gewerbeschule" (seit 1998 "Maria-Lenssen-Berufskolleg").

1888
Die Stadt Gladbach wird kreisfrei und erhält zur besseren Unterscheidung den Namen "München-Gladbach".

1889
Der Arzt August Müller promoviert mit einer Doktorarbeit zum Thema "Brillengläser und Hornhautlinsen" und ist einer der Entwickler der Kontaktlinse.

1890
In der Nachfolge des im 18. Jh. gegründeten Volksgartens wird Ende des 19. Jahrhunderts ein Volkspark eingerichtet.

Der Textilfabrikant Franz Brandts (1834-1914) richtet in seinem Unternehmen einen Arbeiterausschuss ein und unterhält eine Reihe sozialer Einrichtungen. 1880 wird er zum Vorsitzenden des Verbandes "Arbeiterwohl", 1890 des
"Volksvereins für das katholische Deutschland", der bis 1933 besteht.

1900
Die aus einer wohlhabenden Gladbacher Familie von Handelsmaklern für Wolle und Kammzüge stammende Louise Gueury vererbt der Stadt ihr umfangreiches Vermögen für den Bau einer "Volksheilstätte für heilbare Lungenkranke", die 1904 eingeweiht wird.

1901
Die "Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie" wird gegründet und später zur "Textilingenieurschule" ausgebaut.

1903
Der durch eine Bürger-Spende ermöglichte Bau der Kaiser-Friedrich-Halle wird eingeweiht, Orchester- und Theateraufführungen finden statt.

Der Philosoph und Ethiker Hans Jonas (1903-1993) wird in Mönchengladbach geboren, er muss 1933 nach Palästina emigrieren.

1904
Das Städtische Museum Mönchengladbach wird gegründet und bezieht die Volksschule am Fliescherberg, ab 1928 das "Oskar-Kühlen-Haus" bzw. zwischen 1945 und 1982 das "Karl-Brandts-Haus". Die anfänglich kunstgewerblich-ethnografische, geschichtliche und naturwissenschaftliche Sammlung wird seit den 1920er Jahren durch moderne und gegenwärtige Kunst ergänzt.

1909
Der Wasserturm an der Viersener Straße wird nach Plänen von Otto Greiß fertig gestellt.

1919
Das Westdeutsche Stadion wird eingeweiht. Nach seiner Zerstörung im II. Weltkrieg beginnt 1952 und 1960 der Wiederaufbau des sog. Bökelbergstadions. Im Mai 2004 findet dort das letzte Bundesligaspiel statt. Im Anschluss wird das Stadion abgerissen.

Der Rheydter Flugzeugkonstrukteur Hugo Junkers (1859-1935) bringt das erste Verkehrsflugzeug auf den Markt.

1921
Die Einwohnerzahl überschreitet die Grenze von 100.000.

1922
In den Räumen des 1917 durch die Stadt erworbenen Schloss Rheydt wird 1922 das Städtische Museum Schloss Rheydt eröffnet. 1988-1993 findet eine umfassende Restaurierung statt, 1994 wird es wiedereröffnet. Heute verfügt das Museum über eine Sammlung von Kunst- und Kulturgegenständen der Renaissance- und Barockzeit sowie zur Textilgeschichte Mönchengladbachs.

1929
In Rheydt wird das u.a von Architekt Hans Poelzig geplante Stadttheater eingeweiht.

1930
Der Flughafen Mönchengladbach wird eröffnet.

1933
Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wird der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt.

Die 1929 vereinigten Städte und Gemeinden " Gladbach-Rheydt" werden wieder geteilt.

1939-45
Mönchengladbach und Rheydt werden im II. Weltkrieg erheblich zerstört.

1946
Die Militärregierung der Britischen Besatzungszone setzt einen neuen Oberbürgermeister ein und führt die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein.

1947
Das Rheydter Zentrum wird ab 1947 nach Plänen des Architekten Alfons Leitl
wiederaufgebaut. Es entstehen vorwiegend geschlossene Baublöcke mit
drei- bis fünfgeschossiger Bebauung.

1950
Der Stadtname ändert sich erneut in "Mönchen Gladbach".

Die Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach werden gegründet und verbinden Oper, Operette, Musical und Schauspiel in den Häusern beider Städte.

1960
Der Stadtnamen wird in die heutige Schreibweise "Mönchengladbach" geändert.

1971
Durch Zusammenschluss von 13 Fach- und Ingenieurschulen in mehreren Städten wird die Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences gegründet, die verschiedene Fachbereiche in Mönchengladbach unterhält.

1974
Die Stadt hat 147.567 Einwohner.

1975
Die heutige Stadt Mönchengladbach entsteht durch den Zusammenschluss von Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath.

1982
Das Städtische Museum Abteiberg zieht in den von Hans Hollein erbauten Neubau neben dem Gladbacher Münster. Sammlungsschwerpunkte liegen neben der Moderne im Bereich der Gegenwartskunst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der "Skulpturengarten" des Museums vereint mit dem "Kunstweg Niers" und der "Skulpturenmeile" auch Kunst im Außenraum.

1996
Das Archäologische Museum im Wasserturm wird am Fundort altsteinzeitlicher Objekte im Wasserturm Rheindahlen eingerichtet. Das Museum dokumentiert die Entwicklung steinzeitlicher Kultur am linken Niederrhein.

1999
Die Doppelspitze in der Stadtverwaltung wird aufgegeben, ein hauptamtlicher, direkt gewählter Oberbürgermeister als Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt, wird eingeführt.

2004     
Im Westen der Stadt wird der Borussia-Park eröffnet, der von nun Spielstätte des Fußballvereins ist.