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Düsseldorf

1802
Auf Geheiß der "Kommission zur Schleifung der Festung und Verschönerung der Stadt" werden umfassende städtebauliche Veränderungen durchgeführt: 1802-04 legen Hofbaumeister Kaspar Anton Huschberger, der Wasserbaumeister Wilhelm Gottlieb Bauer, ab 1804 mit Gartenbaumeister Maximilian Friedrich Weyhe den Spee'sche Graben und die Terrassenanlage des Ständehauses am Schwanenspiegel an. Unter die städtebaulichen Maßnahmen fällt auch die Anlage der öffentlichen Promenade und späteren Kastanienallee, ab 1851 Königsallee entlang des neuen Stadtgrabens (Neptunbrunnen) sowie die Erweiterung des 1769 angelegten Hofgartens durch Weyhe. 2002 wird der Park im Rahmen der EUROGA 2002plus saniert und umgestaltet.

1806
Düsseldorf ist Hauptstadt des Großherzogtums Berg.
In französischer Zeit steht ein Maire an der Spitze der Stadtregierung, ab 1815 wird ein Gemeinderat mit 30 Mitgliedern eingeführt.

1809
Das heute vierflügelige Schloss Kalkum wird bis 1821 mehrfach umgebaut (Landschaftspark v. M. Weyhe, 1825).

1811
Napoléon Bonaparte erlässt ein "Verschönerungsdekret", das die Anlagen von Grünanlagen auf den Geländen der ehemaligen Wallanlagen bis zum Rheinufer vorsieht.

Im Saal der alten Regierungskanzlei neben dem Rathaus findet mit der Industrie- und Gewerbeausstellung 1811 die erste öffentliche Ausstellung in Düsseldorf statt. Im 19. Jh. folgen zahlreiche weitere Ausstellungen ähnlicher Thematik, die in den folgenden Jahrzehnten zunehmend mit Kunstausstellungen verbunden werden.

1815
Düsseldorf fällt an Preußen. Ein Oberbürgermeister löst als Stadtoberhaupt den vorherigen Maire ab.

Das im 18. Jh. von Kurfürst Karl Theodor erbaute Schloss Jägerhof wird von Angehörigen des preußischen Königshauses nach alten Plänen Johann Joseph Couvens und Adolph von Vagedes durch Seitenflügel ergänzt, die 1910 wieder entfernt werden.

Der Architekt und Stadtplaner Adolph Anton von Vagedes (1777, Münster - 1842, Düsseldorf) erbaut als letztes Stadttor das klassizistische Ratinger Tor im Stil eines griechischen Tempels mit dorischen Säulen.

Die mittelalterliche ehem. Stiftskirche St. Lambertus wird nach einem Brand durch einen Turmhelm ebenfalls von Vagedes erneuert.

1818
Der Städtische Musikverein zu Düsseldorf wird gegründet und veranstaltet das erste von vielen niederrheinischen Musikfesten, die im 19. Jahrhundert, auch durch die Mitwirkung der Düsseldorfer Musikdirektoren Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann Bedeutung gewinnen.

1819
In der Nachfolge einer von 1762 durch Lambert Krahe (1712-1790) begründeten Zeichenschule und der 1773 als Kurfürstlich-Pfälzische Academie gegründeten Kunstakademie beschließt die preußische Regierung 1819 die Wiederbegründung einer Königlich-Preußischen Kunstakademie. Erster Direktor wird der Maler Peter von Cornelius (1783-1867), 1822 beginnt der Lehrbetrieb. Seit den 1830er Jahren verbindet sich mit ihr der Begriff der Düsseldorfer Malerschule.

1826
Nach Plänen des Baumeisters Adolph von Vagedes wird die spätmittelalterliche Burg durch das klassizistische Schloss Eller ersetzt. Der neue Schlosspark wird u.a. durch Maximilian Friedrich Weyhe geplant. Nach mehreren Besitzerwechseln wird es 1843 von Prinzessin Luise von Preußen erworben.

1836
Bedingt durch die Industrialisierung wächst die Stadt im Laufe des 19. Jahrhunderts von 20.000 (1834) bis zum Jahrhundertende auf mehr als 200.000 Einwohner an.

Nach der Gründung des Rheinisch-Westfälischen Diakonissenvereins begründet der evang. Pfarrer Theodor Fliedner (1800-64) in Kaiserswerth die erste protestantische Diakonissenanstalt, an die auch ein Krankenhaus und verschiedene Anstalten angebunden werden.

1838
Als erste dampfbetriebene Eisenbahnstrecke im Westen Deutschlands wird bis 1841 die 26 Kilometer lange Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Elberfeld eröffnet und hält in Düsseldorf am Südende der Königsallee.

Der Brauer Johannes Matthias Schumacher übernimmt die Brauerei "Im Sonnenaufgang", 1848 wird unter dem Namen Füchschen Alt wird erstmalig in der Düsseldorfer Altstadt Altbier gebraut. Neben dem Uerige-Brauhaus (Wilhelm Cürten, 1862) entstehen in der Folge zahlreiche weitere Alt-Brauereien in der Stadt.

1843
An der Stelle des 1836 abgebrannten Haus Mickeln lässt Ludwig Herzog von Arenberg durch den Architekten Josef Anton Niehaus eine Sommerresidenz errichten. Der angrenzende Park von Schloss Mickeln (heute Tagungszentrum der Universität) wird von Maximilian Friedrich Weyhe angelegt.

1845
Das auf einen Renaissancebau zurückgehende, im 18. Jh. bis auf einen Turm zerstörte Düsseldorfer Schloss wird ab 1845 nach Plänen von Rudolf Wiegmann neuerrichtet.

1848
Während der "Märzrevolution" beteiligen sich Künstler an dem vom Düsseldorfer "Demokratischen Verein" initiierten "Fest der deutschen Einheit" und gründen eine Künstlervereinigung, der einige Tage später der Vereinigungsname Malkasten gegeben wird. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. die Historienmaler Theodor Hildebrandt und Heinrich Mücke, der Maler und Redakteur der politisch-satirischen "Düsseldorfer Monathefte", Lorenz Clasen u.a. Der Künstlerverein bezieht 1857 den Malkasten, den ehemaligen Wohnsitz des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819).

1850
Robert Schumann (1810-56) wird städtischer Musikdirektor und lebt bis 1854 in Düsseldorf.

1851
Rathaus und Stadttheater Düsseldorf erhalten Gasbeleuchtung.

1853
Die Eisenbahnstrecke Neuss-Oberkassel wird in Betrieb genommen.

Im Folgejahr wird ein gesamtstädtischer Bebauungsplan verabschiedet, der eine schachbrettartig angelegte Friedrichstadt im Süden und die Bebauung des nördlichen und nordöstlichen Teils der Stadt vorsieht. Er ergänzt das bereits existierende Wege- und Straßensystem und prägt die Stadtteile Friedrichstadt und Derendorf und Pempelfort bis heute.

1856
Die Rheinische Städteordnung wird eingeführt.

1862
Der Maler Friedrich Wilhelm von Schadow (geb. 1788 in Berlin) stirbt in Düsseldorf, wo er 1826 zum zweiten Direktor der Kunstakademie berufen, 1829 zu den Mitbegründern des Düsseldorfer Kunstvereins zählt. Schadow wird auf dem Golzheimer Friedhof beerdigt.

1863
Die alte Tonhalle an der Schadowstraße wird städtischer Konzertraum, 1864 wird das städt. Orchester gegründet.

1870
Die zweigleisige Hammer Eisenbahnbrücke bzw. "König-Wilhelm-Brücke" der Bergisch Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft wird eingeweiht und verbindet den Stadtteil Hamm mit der linken Rheinseite. 1909-11 entsteht südlich davon eine zweite Brücke. Nach der Kriegszerstörung wird die Hammer-Brücke 1946 wieder errichtet, 1984-87 wird sie erneut ersetzt.

1872
Das Düsseldorfer Schloss brennt ab. Das Galeriegebäude übersteht den Brand, ein Wiederaufbau und erneuter Einzug der Rheinischen Stände sowie der Kunstakademie kommt jedoch nicht zustande. 1888 wird der Bau bis auf Wiegmannschen Turm (heute Schifffahrtmuseum) komplett abgebrochen.

1874
Die Stadt beschließt die Gründung eines Historischen Museums (seit 1933 Stadtmuseum) im Palais Hontheim unter der Leitung eines Kuratoriums. 1879 bezieht das Museum bis zu dessen Abriss das Galeriegebäude des Schlosses, nach weiteren Umzügen und zeitweisen Schließungen bezieht das Stadtmuseum 1963 das wiederhergestellte Palais Spee, das 1977 erweitert wird.

1875
Der durch den Dresdner Architekten Ernst Giese geplante Bau des Stadttheaters wird eröffnet und ersetzt das frühere Theater am Markt. Nach Auflösung der Theatergemeinschaft mit Duisburg übernimmt die Stadt Düsseldorf den Spielbetrieb und benennt das Theatergebäude in "Opernhaus" um.

1878
Wie viele andere Unternehmen der Zeit verlegt auch die 1876 gegründete Waschmittelfabrik Henkel & Cie. (heute Henkel KGaA) ihren Hauptsitz nach Düsseldorf-Holthausen bzw. Reisholz. Es entsteht zudem ein großes Werksgelände, auf dem 1900 die Produktion aufgenommen wird.

1879
Südlich des napoleonischen Sicherheitshafens wird der historistische Neubau der Kunstakademie nach Plänen Clemens Hermann Riffarts und vierjähriger Bauzeit fertiggestellt.

1880
Die Volkszählung vom 1. Dezember ergibt, dass in Düsseldorf 95.458 Menschen, im Landkreis Düsseldorf weitere 52.994 leben.

Die von Düsseldorfer Unternehmer initiierte Industrie- und Gewerbeausstellung des Jahres 1880 trägt wesentlich zur Etablierung des Ausstellungswesens in der Stadt bei. Auf dem Gelände des Zoologischen Gartens werden 100 Hallen errichtet, in denen über 3.000 Firmen aus dem Rheinland und aus Westfalen ausstellen.

Das Ständehaus (Arch. Julius Raschdorff) wird als Sitz des Provinziallandtags (vorm. Schloss) eröffnet. Heute befindet sich dort die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21.

1881
Die erste Städtische Kunsthalle wird errichtet und bleibt bis zum Abriss und Neubau nach dem II. Weltkrieg eines der Ausstellungszentren der Stadt.

Die Johanneskirche wird eingeweiht.

1883
Das Kunstgewerbemuseum und die Kunstgewerbeschule Düsseldorf werden eröffnet.

1884
Die Düsseldorfer Börse, die sich seit 1853 aus einer Zentralhandelsbörse entwickelt und 1875 ihre erste Börsenversammlung abhält, wird der Aufsicht der königlichen Regierung zu Düsseldorf unterstellt und erhält eine Börsenordnung.

Das alte Renaissance-Rathaus wird durch einen Erweiterungsbau an der Stelle des im Jahr 1875 abgerissenen Theaters ersetzt. Stadtbaumeister Eberhard Westhofen errichtet das Neue Rathaus, einen historistischen Bau, dessen Turm um die Jahrhundertwende niedergelegt wird.

1895
Im Stadtteil Flingern wird der Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e.V. gegründet.

1896
Der neue Düsseldorfer Rheinhafen auf der Lausward wird eingeweiht.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Alleestraße wird eingeweiht.

Die Volksbücherei eröffnet ihren ersten öffentlichen Lesesaal.

1888
Als erstes Hallenbad Düsseldorfs wird das Bad an der Grünstraße eröffnet.

1891
Die drei innerstädtischen Sackbahnhöfe werden durch das gründerzeitliche Gebäude des "Central-Personen-Bahnhof", den Hauptbahnhof Düsseldorf am heutigen Standort ersetzt.

Das Elektrizitätswerk Düsseldorf nimmt seine Arbeit auf. 1896-1900 wird u.a. die Straßenbahn elektrifiziert.

Der Volksgarten wird angelegt.

1898
Die erste Oberkasseler Brücke wird 1896-98 im Auftrag der Rheinischen Bahngesellschaft AG gebaut.

1899
Das Apollo-Theater wird als Varieté-Bühne eröffnet.

Das Bismarck-Denkmal am Hindenburgwall (heute Heinrich-Heine Allee) vor der Kunsthalle wird errichtet.

1902
Mit der von Künstlern wie Industriellen initiierten Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung 1902 wird eine nachhaltig wirkende Ausstellung im eigens dafür erbauten Kunstpalast und zahlreichen temporären Bauten eröffnet. Zwischen Rheinufer und altem Golzheimer Friedhof entsteht ein Stadtviertel mit Elektrizitätswerk und Bahnanschluss. Die Ausstellung verzeichnet c.a. fünf Millionen Besucher.

Das Hallenbad an der Münsterstaße wird eröffnet.

1904
Der Neubau der Synagoge an der Kasernenstraße wird fertiggestellt.

1905
Louise Dumont und Gustav Lindemann gründen 1904 das Schauspielhaus Düsseldorf als Privattheater, 1905 wird der von Bernhard Sehring entworfene Theaterbau eingeweiht. 1924 wird diesem durch Dumont die "Hochschule für Bühnenkunst" angegliedert. 1933 fällt das Theater den Städtischen Bühnen zu, wird 1943 zerstört.

1906
Als letzter Großbau des Architekten Joseph Maria Olbrich entsteht das Warenhaus der Leonhard Tietz AG (später Kaufhof AG) an der Königsallee, einer der frühen Bauten dieser Funktion in Deutschland.

An der Bastionstraße entsteht der Stahlhof als Sitz des "Stahlwerks-Verbands".

1908
Der österr. Architekt Joseph Maria Olbrich (Wiener Secessionsgebäude, 1897 u.a.) stirbt in Düsseldorf, wo er zuletzt das Wohnhaus des Malers Max Clarenbach in Düsseldorf-Wittlaer baut.

1909
Das Hetjens-Museum / Deutsche Keramikmuseum wird gegründet. Das Museum basiert auf der Privatsammlung Laurenz Heinrich Hetjens (1830-1906), die sukzessive durch Ankäufe und Schenkungen ergänzt wird. Das 1926 im Zuge der Düsseldorfer Gesolei-Ausstellung in die Städtischen Kunstsammlungen (Kunstgewerbemuseum) integrierte Museum umfasst heute einen umfangreichen Bestand zur internationalen Keramikgeschichte.

1911
Die neoromanische kath. Pfarrkirche St. Antonius in Oberkassel wird