Konstruktion

»Wir wollen uns selbst nach neuen Mustern, Plänen und Systemen entwerfen; wir wollen so bauen, dass alle Elemente der Natur sich mit dem Menschen vereinigen, um ein einziges, allmächtiges Bild zu erzeugen. Zu diesem Zweck leitet das ökonomische Prinzip uns auf seinen Weg, hier versammelt und einigt es all die Lebewesen, die im Chaos der Natur zerstreut, getrennt und vereinzelt waren: Jede Person, jedes vormals isolierte Individuum geht jetzt auf im System gemeinsamen Handelns.«

Kasimir Malewitsch, 1920

»Die Konstruktivität als Ordnungsprinzip der menschlichen Bestrebungen führte in der Kunst der letzten Zeit von der Technik aus zu einer solchen statischen Gestaltungsform, welche entweder zu einem technischen Naturalismus ausartete, oder zu solchen Formvereinfachungen, die in der Beschränkung auf die Horizontale, Vertikale und Diagonale stecken geblieben sind. Der beste Fall war eine offene: excentrische (centrifugale) Konstruktion, die wohl auf die Spannungsverhältnisse der Formen und des Raumes hingewiesen hat, ohne aber die Lösung zu finden. Deshalb müssen wir an die Stelle des statischen Prinzips der klassischen Kunst das Dynamische des universellen Lebens setzen. Praktisch: statt der statischen Material-Konstruktion (Material- und Formverhältnisse) muss die dynamische Konstruktion (vitale Konstruktivität, Kräfteverhältnisse) organisiert werden, wo das Material nur als Kraftträger verwendet wird.«

Alfréd Kemény / László Moholy-Nagy, 1922

Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

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