Politische Positionen

»Sicher ist es falsch, theoretische Forderungen zu stellen, wie etwa: »die Kunst dem Volk« oder »Kunst fürs Volk«; es ist falsch, wenn man »Kunst an das Volk heranführen« will. Entweder meint man, dass das Volk den Schritt zum Verständnis zu tun habe oder aber man glaubt, durch das Aufgreifen »volksnaher« oder »zeitnaher« Themen die Kluft überbrücken zu können. Da haben jene Recht in ihrer Befürchtung, es kämen etwa die auch »zeitnahen« Schlachtenbilder unseligen Angedenkens wieder. Es hat sicherlich noch niemand gegeben, der ensthaft glaubt, etwa lediglich durch einen Themenwechsel oder durch nur »erkennbare« also gegenständliche Kunst, durch einen sozialen Realismus von außen, also vom Thema her, eine lebendige Kunst zu entwickeln. Ein Stellungswechsel genügt da nicht. Nie werden nur äußere Mittel genügen.«

Oskar Nerdinger, 1948

»Das Hauptproblem ist immer noch dasselbe: das alte ästhetische Arbeitspferd von Inhalt und Intention. Sobald KUNST nützlich wird, sobald sie auch nur in die Kultur eingeht, ist sie für mich nicht mehr KUNST, sondern GESCHICHTE. Und GESCHICHTE ist vielleicht das praktischere Werkzeug der Politik. Alle Kunst wird POLITISCH, sobald sie bekannt wird, unabhängig von der Intention des KÜNSTLERS

Lawrence Weiner, 1970

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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